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Journalismus

Contrapunkt

Diese deutsch-schweizerisch-österreichische evangelische Jugendzeitschrift, bei der ich 12 Jahre im Redaktionskreis tätig war, hat mir hinsichtlich Organisation, freier, offener Debatte und stilistischer Feinarbeit das beste Bild des Journalismus vermittelt. Leider hat es mich zu optimistisch gegenüber anderen Einrichtungen journalistischer Art geprägt. Außerdem fand ich im Kreise der Redaktion beste Freundschaften.

Helmuth Seitz

Der Schreiber der Wochenendkolumne in der Süddeutsche Zeitung hat mir bestätigt, dass es auch heute noch geht: Alltagsleben aktiv wahrnehmen und beobachten, das Erlebte in einer ihm gemäßen Form zu entwickeln und sprachlich identisch zu gestalten. Auch den Witz.

Friedrich Sieburg

Ihm verdanke ich den Eindruck von der nobelsten Form des wissenschaftlichen Journalismus und den Beweis, dass auch das heute noch geht: Gründliche Recherche, aktives Einfühlen und Phantasieren, sauber schreiben.

Edi Abel und Peter Jesse

Der Journalist und der Fotograf der kem in Basel gaben mir ein Beispiel, wie man selber Quellen öffnet, um sie andernorts zu repräsentieren. In ihrem Falle waren das die Recherchen dank der jeweils einheimischen Kirchen in den ehemaligen Missionsländern. Ihr konkretes Nachrichten(be)schaffen ist mir stets noch Vorbild und stand besonders bei meinen „limani-news“ Pate.

Prof. Dr. med. Frank H. Mader

Er gehört zu den wenigen gewitzten Medizinern und sicherlich zu den Menschen mit der raschesten Auffassungsgabe überhaupt und insbesondere für das, was trägt. Ihm danke ich für sein untrügerisches Gespür an der Textarbeit vor allem im Zusammenhang von einem Fach und seiner Zeitschrift, die Vielfalt und die offene Gestaltung bei der Konzeption von Artikeln, die Witterung von dem, was als Grafik, Statistik, Tipp oder „Merke“ herausgelöst werden konnte.

Brandeins

Wie schön, dass es noch eine Zeitschrift gibt, in der gründlich, nicht atemlos, persönlich und doch zugleich objektiv geschrieben wird! Und dann noch zu solchen Themen wie „Verantwortung“!

Turicum

Diese Zürcher Heimatzeitschrift, die ich bei Degens kennenlernte, war mein erster Zeitschriftentraum. So etwas Ästhetisches und Gründliches wollte ich auch einmal verantworten dürfen.

Christine Schaefer

Anlässlich einer Tagung im Rheinland, bei der sie sich über die Unerheblichkeit des Anlasses beschwerte, gab mir sie mir zu erkennen, welche hohe Berufsauffassung sie als Medizinjournalistin hatte. Das machte sich auch für sie bezahlt. Sie musste sich nie anbiedern. Sie war auch die einzige, die, anscheinend ohne zu ermüden, den Beruf durchhielt, als bei anderen die Amtsmüdigkeit einsetzte.

Englisch

Prof. Dr. Klaus Ostheeren

Niemand konnte die Präzision der Sprachbeobachtung so gut ins Heute übertragen, auf Werbung anwenden und überhaupt zu spüren geben, wie auch die Arbeit beispielsweise mit dem Altenglischen etwas mit unserem Leben zu tun hat – ohne dass er das hätte predigen müssen. Alles ließ sich beobachten, alles ließ sich erklären. Sogar am Gymnasium profitierte ich im Unterricht davon.

StProf Buch

Er verknüpfte stärker als andere das Fach, das Leben, die Vollständigkeit in den Texten und den Praxisbezug.

StProf Richter

Linguistik gilt meist als so etwas wie die Mathematik in der Sprache – also nichts für jeden. Richter erhellte ihren Bezug zu Sprache und Literatur, und das noch auf amüsante Weise.

Prof. Dr. Natascha Würzbach

Die etwas barsche und noch etwas strengere Dame machte das Mögen schwer. Aber sie war ungemein fleißig und genau und schreckte auch nicht vor den ekligen Restauration Dramas zurück – so wie ja auch ein Biologe über Regenwürmer kein Urteil fällt oder nur schöne Tiere und Pflanzen schätzt.

George Orwell

Seine Sprache hat demokratische Zucht zur Verständlichkeit. Die Einfachheit und Klarheit der Sprache und der Ernst und die Sicherheit seiner Bilder sind vorbildlich und machen mir schwer, das Englisch nicht zu mögen.

J.R.R. Tolkien

Seine Bücher atmen die Klarheit des an altgermanistischem Gut geschliffenen Sprache. Kein Zierrat, kein Kram, nur schöne Schlichtheit.

Henry Fielding

Schön, auch einmal einen humorvollen Menschen lesen zu können. Fielding muss im Sinne Erich Fromms jemand gewesen sein, der das Leben mitsamt seinen Ungereimtheiten und dummen Nachbarn liebte, und diese Haltung überträgt sich.

 

Deutsch

Prof. Dr. Johannes Rathofer

Niemand konnte sich so empathisch und deshalb dann auch wieder aktualisierend in das Leben hinter der mittelalterlichen Literatur versetzen. Das waren ja Menschen wie wir! Da steht ja Leben hinter den Buchstaben! Zugleich war kaum einer so tatkräftig mit der Wiedergabe der Literatur zu Gange und so tatkräftig und gewitzt überhaupt. Dabei hätte sich jeder einen Mediävisten zerstreuter oder weltferner vorgestellt.

Prof. Dr. Rudolf Christian Zimmermann

Seine Seminare waren so klug durchdacht und organisiert, dass es ein ästhetisches und wissenschaftliches Fest war. Besonders die Unterscheidung der kritisch-didaktischen und der methodischen Seminare war faszinierend.

Prof. Barry Nisbet

Er kannte Goethes Gedichte und ihren Lebenszusammenhang so genau, dass man dachte, er sei bei allen dabei gewesen. Dass er mit so wenigen und kurzen Karteikarten auskam, didaktisch spannende Seminare zu machen, hat mich bleibend fasziniert.

Jakob und Wilhelm Grimm

Ich bin ihnen ewig dankbar, das schöne Fach der Germanistik begründet zu haben. Die Zucht der Einfachheit in ihrer Sprache. Ihre Unvoreingenommenheit, ob es sich um Volkssprache, Märchen oder andere Sprachen handelte. Ihre Tapferkeit, auch politisch zu kämpfen. Ihre naturwissenschaftliche Annäherungsweise an das, was sie vorfanden. Wahre Fürsten des Geistes. So groß, dass sie sofort Beschäftigung fanden, als der dumme Hannoveranerkönig sie aus Göttingen wegschickte. Und dann noch ihre warme Bruderliebe.

Französisch

Am Werk Marcel Pagnols schätze ich die klare, reiche Ausdrucksweise und geradlinige Menschlichkeit. Präsident Chirac beweist, dass man Französisch auch langsam sprechen kann, und es gewinnt dadurch sogar. Die Motivation zur grundsätzlichen Frankreich- und Französischliebe bezieht auch viel durch die vorbildlichen Gestalten der französischen Protestanten, insbesondere König Heinrich IV und Amiral Gaspard de Coligny. Durch all die Jahre aber war es die Liebe von Rambauds zu mir, die wachsende Freundschaft und ihre unermüdliche Gastfreundlichkeit, auch mit der Hütte in Mandelieu.

Schwedisch

Dag Hammarskjöld

Er faszinierte mich seit Helgas Referat auf der Freizeit in Südschweden und löst in mir eine Ehrfurcht aus, wie ich sie selten empfinde, mit Sicherheit aber gegenüber den Angehörigen der „Weißen Rose“. Mich berührt sein langes Ledigsein persönlich in meiner Geschichte. Aber ermutigend ist seine hochintelligente Tatkraft bei gleichzeitiger Tiefe und Besinnung.

Selma Lagerlöf

Ihre Sprache ist so schön, dass ihr Rhythmus sich mir sogar beim bloßen Lesen überträgt. Ihr Nils Holgersson ist so großartig, weil er so behutsam und mit Liebe umgewandelt wird, nicht per Strafe so wie im Wilden Westen die Pädagogik funktioniert.

Klavierspiel

Marianne Haupt (geb. Neitzert)

Wiewohl mich das Klavier ab dem 11. Lebensjahr begleitet, steht dahinter doch nicht eine Riesenfigur, die mich prägte. Frau Haupt hatte ich bis zum Schluss meines Unterrichts und dann auch noch bei der Vorbereitung auf die Hochschuleingangsprüfung in Köln. Ich danke ihr ihre Treue, die Ermutigung zu Ensemblespiel und die Behandlung auch der geistigen Inhalte der Stücke.

Wilhelm Backhaus

Er war halt da. Aber er spielte auch kraftvoll und wie es hieß „treu“. Das war mir bei Beethoven besonders wichtig.

Claudio Arrau

Sein lebhaftes Spiel freute mich, und die Freundlichkeit seines Auftretens ermutigte mich. Eines Tages erwarb ich sogar in Köln sein Autogramm.

Vladimir Horovitz

Er zeigte stets Spiellust und nach seinem großen Wiederauftritt auch Publikumslust. Dabei aber auch eine ganz innige Arbeit an der Musik. Ihm verdanke ich die Befreiung, jetzt mein Stück zu spielen und nicht jedes Stück auf gnadenloser Überichebene zu belassen.

Alfred Brendel

Er wirkt auf mich als der allersorgfältigste und der, der bei jedem Tempo und jeder Anschlagskraft nie die Genauigkeit und Gerechtigkeit gegenüber allen Tönen verliert.

Martha Argerich

Hauptsächlich überzeugt sie mich durch ihr Spiel der Chopin-Préludes, anders kenne ich sie leider nicht. Ich habe nur noch Uli Certains Worte nach ihrem Konzert in Dundee im Ohr, dass sie das allerfaszinierendste und schöneste Spiel von sich gegeben habe, dass er je hörte.

Lang Lang

Er sagte in einem Interview, dass er auch immer Nichtpianist unter Freunden und in der Welt sei, und das ist in der Tat wichtig. Es erklärt mir, warum Ivo .. es so schwer mit sich hat, und es macht mir Mut, die Biotonne herunterzutragen ohne zu fürchten, dass das meinen Händen abträglich sein könnte.

 

Musik

Prof. Dr. Dieter Gutknecht

Ich kenne keinen weiteren Musiker, der so großzügig (aber nicht ungenau!) ist und so wenig aus der Fassung zu bringen, der nie schimpfte, und der doch so gute Ziele mit seinen Studenten erreichte. Ein Vorbild für das richtige, unbeirrbare Weitermachen, ohne sich an dem Unnötigen aufzuhalten.

Gerhard P. und N. Detlev Michael

Vater und Sohn wiesen mich durch ihre Praxis auf die moderne Musik, der ich mich seitdem ernsthafter aussetze, wenngleich ich nicht so gut und leicht damit zurechtkomme wie sie. Bei ihnen lernte ich die Bedeutung der treuen Arbeit mit Laien, deren Können nicht mehr steigerbar ist, und was diese Treue auch geistlich bei den Menschen bewirkt. Das hat mir die aufführungsgeilen Möchtegernkarajans unter den evangelischen Kantoren lächerlich gemacht. Die wissen in ihrer Elitearbeit nicht, was sie eigentlich für die Gemeindearbeit leisten könnten.

Louis Pernot, Paris

Er ist Lautist, Philosophiedozent und evangelischer Pfarrer und ein weiteres Beispiel dafür, dass nicht jeder gute Musiker ein Musik-Asket sein muss, um gut und wahrhaftig zu sein.

Reiseleitung

Alter Mann in Bath

Auf unserer Exkursion erschrak ich zunächst ein wenig, als ich ihn mit dem ollen langen Mantel sah. „Ach, ein Rentner.“ Well. Das war noch vor meiner Therapie, als ich besonders erwachsenenfeindlich eingestellt war. Aber er ist mir bis heute in Erinnerung als ein Führer, der nicht nur andeutete und ansprach, sondern Ergebnisse und Fakten vermittelte. Sein Weg war so durchdacht, dass man stets Anblick und Perspektive im Stadtganzen genoss. Dadurch überwand er meine Ablehnung und verwandelte sie in Dankbarkeit für diesen Eindruck, wie man eine Stadtführung wirklich professionell gestalten kann.

Lehrer

Nolte-Ernsting

Der Mathe-Lehrer mit dem Kirk-Douglas Gesicht war der erste, der bewusst gerecht mit der ganzen Klasse arbeitete und sich nicht bloß mit den Besten unterhielt.

Maschmeier

Er lispelte und hatte eine Spur von Gelsenkirchener Platt darauf, las im „homo faber“ von „Husten/Texas“, war wie ein Metzger frisiert und schaukelte zuerst den Bauch in die Klasse, ehe er selbst nachkam. War aber einer der spannendsten Interpreten, hatte das beste Deutschprogramm darauf und die beste Didaktik, gerecht für die ganze Klasse.

Dieter Rein

Die Rheinländer tun Westfalen schon manchmal gut. Besonders wenn sie noch eine ausgebildete Bassstimme dazu haben.

Kleibaumhüther

Ich könnte jeden Tag dankbar dafür sein, dass ich den besten Lateinlehrer der Schule hatte, bei dem wirklich gelernt wurde. Jeden Tag Latein, ganz getreulich nach demselben Muster, aber dabei kam etwas heraus. Wir lasen nicht nur Caesar, Sallust oder Cicero sondern sprachen dann auch wie Erwachsene darüber, was denn da eigentlich gesagt werde.

Philosophie

Prof. Dr. Volkmann-Schluck

Schade dass ich erst aus Wunsch nach Abwechslung während der Referendarzeit zu ihm fand. Ich hätte sonst früher gelernt, wie man genau denkt, wie man Implikationen wittert, wie man einen philosophischen Diskurs schriftlich wiedergibt. Seine drei Hauptseminare Freitagabends 20.00 Uhr vermittelten mir den Eindruck, dass mir denkerisch alles eröffnet sei, wenngleich ich es nicht selbst hätte referieren können.

C.F. von Weizsäcker

Ihm verdanke ich die Wertschätzung der angeblichen Provinzialität in der deutsche Vielstaaterei und noch einen weiteren. Er nannte die zwei entscheidenden Dinge für Deutschland auf einer Konferenz über Technik und Literatur auf der Schillerhöhe in Marbach.

Erich Fromm

Seine „Kunst des Liebens“ und „Haben oder Sein“ haben mich entscheidend geprägt. Leider auf benachteiligende Weise. Ich war bereit, mich zum Lehrer verwandeln zu lassen. Wurde nicht anerkannt. Ich verkaufte leider meinen exzellenten K70. War dumm. Aber so tief reichte sein Einfluss. Recht hat er.

Paul Tournier

Ich fing die Lektüre seiner Werke während der Therapie in Oberursel an. So ganz am Anfang meiner Besserung lies mich angesichts der Munterkeit in seinen Büchern nicht los, wie jemand von Problemen schreiben konnte, ohne seine Lebensfreude dadurch in Frage gestellt zu sehen.

Kunst

Bauhaus

Das Interesse für Architektur verdanke ich Rambauds, meiner Einarbeitung in Schottland während des Auslandsstudiums und der Vorbereitung meiner Reiseleitungen. Aber das Bauhaus hat mich sofort ergriffen. Das menschliche Maß seiner Gebäude und Einrichtungsgegenstände hat mich auch als Laien angesprochen, und später faszinierte mich der Gedanke von der Harmonie von Handwerk und Kunst als etwas im besten Sinne Demokratisches.

Jugendstil

Vom Jugendstil war ich eingenommen, als ich las, dass sich seine Künstler von der ewigen Wiederauflage des ewig Römisch-Griechischen lösen wollten. Die Pflanze wurde das tragende Element. Diese Naturorientierung gefiel mir zudem. Seitdem geleitet mich der Jugendstil auch bei Reisen durch die Länder, in denen er mit nationalem Eigengepräge den Städten ein Gesicht gibt (Prag, Helsinki, …).

Lehrtätigkeit

Wolfgang Uppenkamp

Er erkannte weit vor mir, dass mit unseren Referendarbetreuern nicht gut Kirschen essen war und wusste, sich darauf einzustellen. Ich glaubte da noch an das Interesse der Menschen an Wahrheit und Objektivität. Seine Schüler fragten ihn einmal, wofür er denn da sei. So gut war sein Unterrichtskonzept aufgegangen.

Wolfgang Reuter

Lange vor meiner eigenen Lehrerfahrung erzählte er mir bereits, was er so machte und erlebte, und seine Ideen, wie Textarbeit lebendig gemacht werden konnte, waren exzellent.

Günter Scherer

Ein schlauer Stratege, ungemein fleißig und ungemein belastbar und krisenfähig. Ihm verdanke ich Wortspiel-Maul den entscheidenden Hinweis, dass man nie mit Namen spielt.

 

Kirche und Glauben

Wilfried Ahrens

Wilfried bekam mit meinem ängstlichen Herz zuerst zu tun, 1968 auf der Sommerfreizeit in Oggevatn. Danach verdanke ich ihm und seiner Frau viele heimelige Stunden zu unheimeligen Zeiten, etwa während der Bundeswehrzeit, er kam auch mit zur 3. Kriegsdienstverweigerung. Und immer fröhlich und unverklemmt offen im Glauben. Entscheidend war auch sein Hinweis auf mich für die Redaktion Contrapunkt, einen der glücklichsten und unverzichtbarsten Eindrücke in meinem ganzen Leben.

Martin Luther

Theoretisch geschätzt habe ich ihn schon von klein auf, denn er galt auch im Kreise unserer freien evangelischen Gemeinden als das rechte Vorbild. Praktisch fing ich ihn desto mehr zu schätzen an, als ich anlässlich eines Jubiläumsjahres mir aufklärerisch sagte: Was weißt du eigentlich wirklich konkret, etwa aus seinen Werken, über ihn? Die Begeisterung wurde dann im Kreise der lutherischen Pfarrer in Bayern verstärkt, durch die Arbeit an meinem Hugenottenbuch und eigentlich immer weiter, je mehr ich über ihn erfahre.