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Buchbesprechungen


Wichtig bei Rückenschmerzen: Fleiß des Patienten

Zum Vorgehen ist wichtig, zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen zu unterscheiden. Die Möglichkeiten sind so verschieden, weil die Ursachen so verschieden sind. Bartrows Leistungen als Experten-Autor sind die Feinheiten: Sowohl auf Seite der Patienten und Ursachen als auch auf Seite der Therapiemaßnahmen. So macht er klar, dass es nicht die groben Eingriffe sind, die den Schmerz auslösen, wie etwa das Wuchten eines Mineralwasserkastens aus dem Autokofferraum. Sondern auch unscheinbare Vorgänge wie das Bücken nach einem heruntergefallenen Radiergummi können dem Rücken schaden – entscheidend ist vielmehr der Bewegungsstil. Die Art der Bewegungen löst Mikrotraumen oder Entzündungen aus. Am häufigsten sind die Probleme im Lendenbereich, nicht im Schulter-Hals-Bereich.

Bartrow sortiert schön, wann die Vielzahl von Mitteln wie Medikamente, Bäder, Pflaster, Tapes, Massagen, Salben angebracht ist. Seine Stärke sind auch hier die Feinheiten wie: Warmbad ja, aber nicht zu lange. Duschen ja, aber Temperatur langsam steigern. Bartrow weiß auch Varianten zu empfehlen, dass etwa diejenigen, die nicht gut auf dem Rücken liegen und die Beine hochlegen mögen, sich auch bäuchlings mit einem Kissen oder Ball unter dem Bauch legen können. Zu allen Tipps mit Hilfsmitteln kommen auch viele Bewegungsübungen. Das Buch ist sinnvollerweise in Postkartengröße gestaltet, so dass man es leicht mitnehmen und beispielsweise im Urlaub mit Übungen beginnen kann.

Kay Bartrow: Die 50 besten Rückenschmerzkiller. Den Schmerz abschalten. Stuttgart 2015 (Trias). ISBN 978-3-8304-8088-4. €9,99.

Die Gesundheit knospen lassen

Keine Angst, es geht nicht um noch eine neue Therapieidee, womöglich aus einem noch abgelegeneren Himalaja-Tal. Es geht nur um eine besondere Art des Rohstoffs aus Pflanzen, die ja ohnehin heutzutage geschätzt werden. Die Knospen von Blumen, Sträuchern und Bäumen enthalten die dichteste und vollständigste Kombination der Pflanzenwirkstoffe, und der belgische Arzt Pol Henry entdeckte dankenswerterweise in den 50er Jahren, wie gut sich diese wunderbare Wirkstoffkonzentration in Mazeraten einfangen und anwenden lässt. Er sprach wegen der Knospe als "Embryo" der Pflanze gar von "Embryotherapie", durchgesetzt hat sich mittlerweile das Wort mit dem lateinischen Wort "gemma" für Knospe, Gemmotherapie.

Das Selbermachen der Mazerate ist möglich, daher enthält das Buch auch Tipps hierzu. Die größte Anzahl der Lösungen ist in Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz erhältlich, bei uns vielfach nur auf Bestellung. Ihr Preis liegt meistens um €22. Aber viele sind bereits im Europäischen Arzneibuch verzeichnet, und nur diese Präparate sollte ein Kunde wählen. Die Präparate werden per Sprühstoß in den Mund appliziert und können auch miteinander kombiniert werden. Normalerweise reichen 2-3 tägliche Anwendungen, in Akutfällen dürfen es auch viertelstündliche Sprühstöße sein, bei chronischen Beschwerden sollte man sie mindestens drei Monate lang anwenden.

Das Buch bietet einerseits eine Liste der erhältlichen 23 Präparate, dann auch eine Indikationsliste mit Verweisen auf die Präparate. Schön wäre nur gewesen, wenn das Lektorat stärker redigiert hätte. Stellenweise kommt es zu unnötigen Wiederholungen.

Cornelia Stern: Die Heilkraft der Pflanzenknospen. Gemmotherapie entdecken und anwenden. Stuttgart 2015 (Trias). ISBN 978-3-8304-8207-9. €14,99

Solche Schmerzen brauchen nie wieder zu kommen

Gichttherapie ist wirkungsvoll machbar

Gicht ist die Stoffwechselkrankheit, die von Betroffenen am wirkungsvollsten beeinflusst werden kann. Andererseits ist das Konzept dazu eines der komplexesten. Das werden wohl immer mehr Deutsche lernen müssen. Derzeit sind in Deutschland nur 2,8% der Männer und 0,4% der Frauen von Gicht betroffen. Doch wenn die Fehlernährung weiter fortschreitet wie bisher, werden noch mehr Leute davon überrascht werden, dass sie die Veranlagung zur Gicht in ihren Genen haben.

Sie alle müssen lernen, dass es mit Weglassen von Fleisch und Erbsen nicht getan ist. Das kleine Buch von Astrid Schobert schafft es, ein wirksames Konzept zu vermitteln, mit dem auch Leute, die in Gesundheitsernährung nicht bewandert sind, zurechtkommen können. Zunächst gibt es in der Tat eine Reihe von Hinweisen, was wegzulassen ist. Das ist unumgänglich: Innereien, manche Fischsorten, alle Meeresfrüchte, Fleisch, Wurst, Hefeextrakt, Fleischextrakt und leider auch Bier. Weniger bekannt ist, dass auch Tofu als Bohnenprodukt zu viele Purine enthält, das Fruchtzucker in verarbeiteten Lebensmitteln und hier besonders in Softdrinks katastrophal wirkt. Viele Leute mögen wohl häufiger zu einem Müesli greifen wollen, doch leider enthält das Hafergetreide zu viele Purine, und wenn dann noch in Fertigpackungen Zucker dazu kommt … Aber mit anderem Getreide ist das Müesli in der Tat eine gute Lösung. Ähnlich ist es mit Verarbeitungstipps: Erwünscht ist, lieber etwas zu kochen als zu braten.

Dann gibt es auch die Liste der Produkte, die wirklich zu empfehlen sind: Eier, Kirschsaft, Kartoffeln, Käse, Nudeln, Nüsse und sogar besonders Kaffee! So kommt es in diesem Ratgeber also zu dem Tenor: Ja, es sind Lebensmittel zu meiden, ja, es ist zunächst etwas unübersichtlich, aber mit etwas Übung lässt sich das Konzept beherrschen. Wenn der höllisch schmerzhafte Gichtanfall ausbleibt, weiß man, was man von dem Konzept hat.

Astrid Schobert: Die 50 besten Gicht-Killer. Harnsäurewerte erfolgreich senken ohne Medikamente. Stuttgart 2018 (Trias), 92 Ss. ISBN 978-3-432-10624-3, €9,99.

Wie Arbeit an sich selbst gelingen kann

Glücklichsein und Selbstverantwortung gehören zusammen

Vielen Menschen schwebt vor, wie anders sie leben und Dinge wahrnehmen könnten, wenn sie nur etwas sicherer wären und auftreten könnten. Zuweilen brechen gute Ansätze zusammen. Viel häufiger aber sind es bösartige Einsprüche voller Selbstzweifel, die positive Änderungen nach kurzer Zeit zu Fall bringen. Rössler stellt dem hartnäckig entgegen: "Sie glauben daran, für sich selbst wirksam werden zu können." Auch bei ihr kommt es auf die Eigenarbeit am Selbst an, doch der Unterschied ist, dass das Buch ein wirksamer Begleiter ist.

Alle Vorschläge sind umsetzbar, und in der Tat besteht eine Gefahr, die guten Tipps und Analysen rasch zu überlesen, da sie sich so leicht lesen lassen. Dann würde man das Gewicht der Hinweise unterschätzen. Die Arbeitsvorschläge sind valide, auch in dem Sinne, dass einem klar wird, wie grundlos manche Befürchtungen waren oder sind. Es wird einem nicht nur vorgeschleudert "Sie sind der Drehbuchautor Ihres Lebens", sondern es wird aufgezeigt, wie man das macht und wozu es führt.

Rössler vollzieht ihre Intervention im Erläuterungs-Haupttext, in Fallbeispielen, in Tipps und in Fragen, die jedes Kapitel abschließen. Jeder dieser Abschnitte regt auf andere Weise an, das eigene Leben nach positiven oder belastenden Eindrücken durchzusuchen und auf eine Grundlage zu kommen, auf der man zufriedener leben kann. Wer das Buch sorgfältig liest, wird zu dem Ergebnis kommen, dass es das hilfreichste war, was er oder sie zu diesem Thema je gelesen hat.

Rössler, Julita: Gesundes Ego – starkes Ich. Kraft aus sich selbst schöpfen. Stuttgart, 2018 (Trias). 209 S., ISBN 978-3-432-10611-3. €16,99

Glücklichsein – ein realistischer Wunsch

Persönliche Einstellungen erkennen und bearbeiten

Glücklich, schön, selbstbewusst - na, so ein Versprechen! Kommt das aus einer Frauenzeitschrift, die beim Friseur liegt, und ein bisschen Trostpflaster verteilen soll? Nein, es geht um harte Tatsachen. Zwar liest sich das Buch so leicht, als sei es in der Tat so eine Zeitschrift und eine Bemerkung am Rande. So sollte man es aber nicht lesen. Dann überliest man die belastbaren Tipps und Hinweise, die Poller gibt.

Es fängt damit an, dass die entscheidende Bedeutung der inneren Einstellung dargestellt wird. Darin sind sich alle berühmten Kenner des Menschen einig, die zwischen den einzelnen Kapiteln zitiert werden und den unerlässlichen Verlass auf die positive innere Einstellung unterstreichen. Allein das ist schon eine Härte.

Pollers größte Stärke aber ist, dass sie penibel und ausführlich (so ausführlich, wie man derartige Analysen noch nie las) aufzeigt, was uns das Gesicht oder körperliche Reaktionen zeigen. Am Ende der Kapitel ist man verblüfft, dass man körperliche Zeichen bisher so wenig ernst nahm. "Wenn wir nicht hinhören, fängt er (der Körper) an zu schreien, so lange, bis wir seine Botschaft gehört haben." Auch hier: das wirkliche Wohlergehen fängt mit der Arbeit an sich selbst an. Aber es ist erreichbar.

Poller, Carmen Maria: Glücklich, schön, selbstbewusst. Ihr Weg zu positiver Ausstrahlung. Stuttgart, 2018 (Trias). 209 S., ISBN 978-3-432-10682-3, €14,99

Wofür bin ich dankbar?

Yoga-geschulte Meditationstechniken, Körperübungen und Atemtechniken

Äußerlich deutet das Buch nicht an, dass es sich auch um eine bibliophile Kostbarkeit handelt. Es bietet eine Harmonie von zeichenhaften Landschaftsbildern, charakteristischen Yoga-Haltungen und Texte von vernünftiger Länge zu jedem der sieben "Tore" und 49 "Schlüssel". Eingestreut finden sich überraschende Zitate indischer Weiser. Dem Text fehlt jede Betulichkeit oder Schwärmerei. Man kann die beschriebenen persönlichen Fragen oder Einstellungen oder die körperlichen Übungen (denen gleichwohl ihr Yoga-Name beigefügt wird) leicht nachvollziehen. Die Yoga-Namen erleichtern eine Fortführung des Gelernten in anderem Rahmen (etwa vhs-Kursen). Immer wieder streifen die Texte auch Hinweise zu Medizin oder Lebensführung.

Die Klarheit und Zurückhaltung sind heutzutage besonders zu begrüßen; denn manche Leute sind heute geneigt, schon aus ihrer Ernährungsweise etwas Religiöses zu machen. Aber so bleibt hier deutlich: Das Entscheidende, das hier geboten wird, kann nicht angelesen werden, es gibt keine Rezepte. Das Buch soll "inspirierend begleiten", wie die Autoren zutreffend sagen. Es ist ein Buch zum Tun.

Ewert, Uma Ursula, Klaus Ewert: 49 Schlüssel zum Glück. Durch Yoga-Coaching Lebensfragen lösen und Klarheit gewinnen. Stuttgart 2018 (Trias). 190 Ss., ISBN 978-3-432-10733-2, €17,50.

Der Gesundheits-Oeckl: Ein Instrument journalistischer Qualifikation

Wer gewohnt war, mit dem Namen "Oeckl" ein dickes graues Buch zum gesamten Bereich öffentliche Polkitik und Verwaltung zu verbinden, wird über das Heft zum öffentlichen Gesundheitsbereich erstaunt sein – von seinem bescheidenen Äußeren her, aber auch nach einer ersten Prüfung. Denn man staunt dann, wieviel das Heft tatsächlich enthält. Nicht alleine die Bundes- oder Länderinstitutionen. Sondern auch übergreifende Ämter oder Ausschüsse wie etwa den Ausschuss des Bundestages zur Gesundheit, die Konferenz der Bundesländer zur Gesundheit, aber über solche Institutionen hinweg auch gemeinsame Einrichtungen wie solche zum Krebs, zu Vergiftungen, Arzneimitteln und schließlich auch gesundheitsbezogene Ausschüsse und Arbeitskreise innerhalb der Parteien. In einer vierten Kategorie finden sich dann alle Bundestagsabgeordneten, die in gesundheitsbezogenen Gremien mitarbeiten. Schon alleine das sichert der Journalistenschaft die Möglichkeit, sich an den Quellen oder bei Experten aus erster Hand zu informieren. Diese Arbeit macht der Oeckl Gesundheit darüber hinaus leicht, indem er nicht nur Namen und Titel und die ersten Assistenten der Büros angibt sondern auch Anschriften, Kommunikationsnummern, ja, teilweise sogar die Anzahl der Angestellten von Institutionen und den Etat der Institution. Da möchte man staunen und nachfragen, was denn mit so viel Geld geschieht – und genau dazu dient es auch. Schließlich kann man sich, sofern man einen Namen weiß, am Schluss des Buches informieren, wo die Person des Namens überall tätig ist und Einfluss nimmt. Das Buch zu konsultieren sollte für Journalisten eine gesunde Gewohnheit werden.

OECKL. Gesundheit 2018 – Wegweiser durch Politik und Verwaltung. 1. Jahrgang, 120 Seiten, broschiert, Personenregister, ISBN 978-3-87224-162-7. Preis: 19,90 EUR. (Stand Juli 2018).

OECKL. Gesundheit 2018 – Datenpaket: Excel-Tabelle mit über 800 Kontaktpersonen in 650 Institutionen, Preis: 1124,55 EUR.

A. Martin Steffe