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Drei Messarten des Körperfettanteils

Welcher Index funktioniert am besten?

Die Ermittlung des Körperfettanteils ist keineswegs nur eine Frage, wenn man wirkungsvoll abnehmen will, um besser auszusehen. Der Körperfettanteil macht auch möglich abzuschätzen, wie sehr jemand zur Zuckerkrankheit veranlagt ist und wie nahe der Ausbruch dieser Erkrankung bevorsteht. Über die Menge des Körperfettes hinaus ist seine Verteilung eine wichtige Aussage zum Diabetesrisiko.

In den meisten Fällen stützte man sich bislang auf den Body-Mass-Index. Er hat die Formel: Körpergewicht in kg : Körperlänge in m. Dazu trat im Jahre 2011 der Body-Adiposity-Index BAI, den amerikanische Forscher vorschlugen. Seine Formel lautet: Hüftumfang in cm : Körperlänge in m – 18. Beide Indizes sollten dann den prozentualen Körperfettanteil ergeben.

Ein Forscherteam der Universität Tübingen, des Potsdamer Instituts für Ernährungsforschung und der Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) haben aufgrund bereits vorliegender Daten und neuer Vergleichsmessungen unter rund 30.000 Studienteilnehmern ermittelt, dass der alte BMI dem neuen BAI an Aussagekraft überlegen ist. Das wurde anhand von Magnetresonanz-Tomografien, die den Körperfettanteil sehr genau bestimmen können, überprüft. Der BMI schätzt den Körperfettanteil genauer ein.

Ferner stellte das Forscherteam fest, dass sich das Diabetes-Risiko besser anhand des Taillen-Umfangs anstatt des Hüftumfangs ermitteln lässt. Demgegenüber hatte sich der vorgeschlagene BAI insbesondere bei den männlichen Studienteilnehmern als ungenau erwiesen. Sinnvoll ist aber in jedem Falle, zum BMI auch den Bauchumfang zu berücksichtigen. Doch ist der BAI keine Alternative zum herkömmlichen BMI.

A. Martin Steffe

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